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Der Reichsbankschatz
 
Im Zuge der Kriegswirren und dem allgemeinen Zentralisierungsbestreben des NS-Regimes übernahm die Deutsche Reichsbank in den 40er Jahren Zug um Zug die Verantwortung für die Zusammenführung eines Großteils der Wertpapierbestände in Deutschland. Durch die gesetzlich angeordnete Übernahme der ‚Bank des Berliner Kassen-Vereins' fiel der Reichsbank die Verwahrung und Verwaltung der körperlich vorhandenen Papiere zu. In den Tieftresoren direkt an der Spree überstand dieser ‚Reichsbankschatz' das Kriegsende fast unbeschadet. Die von den Russen geschlossenen und versiegelten Tresore lagen und liegen im Ostteil Berlins und gelangten somit in den Einflussbereich der späteren DDR.
 
Dieser neue Staat, den Ideen der Marktwirtschaft und damit auch den Dokumenten des Kapitalismus, nicht gerade zugewandt, öffneten die Tresore nur sehr zögerlich. Die Aktienbestände wurden aber schon in den 50er Jahren erfasst und inventarisiert. Im Gegensatz zur Alt-Bundesrepublik, wo es die sogenannte ‚Wertpapierbereinigung' gab - also der gesetzlich organisierte Austausch der alten Urkunden in neue auf DM lautende Aktien - blieben die auf dem Terretorium der DDR lagernden Bestände fast unberührt. Abgesehen von zutrittsberechtigten Souvenirsammlern und später einer staatlich sanktionierten Teilverwertung durch eine Firma des DDR-Devisenbeschaffers Schalck-Golodkowski in den 80er Jahren, wurden kaum Abgänge verzeichnet.
 
Nach 1989 fiel der Schatz bekanntlich der Alt-BRD und damit dem Bundesfinanzminister zu. Hier beschloss man 1995 sich dieses Schatzes zu entledigen, um den Erlös dem Entschädigungsfonds Enteigneter des DDR-Regimes zuzuführen. Eine weise Entscheidung, die den Sammlern Historischer Wertpapiere viele neue Stücke bringt und das Volumen des Marktes enorm anwachsen lässt.
 
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